Feldforschung zum Thema FKB 5i
Ein Kleinbaan-Mitarbeiter hat sich den im Bahnhof Burg im Spreewald vorhandenen Schneepflug DR 99-51-53 einmal genauer angesehen und daran Teile vermessen.
Nach Überlieferung handelt es sich dabei um den Rahmen und Radsätze der 1903 von Vulcan gebauten Dampflok 3i Insterburger Kleinbahnen (Strecke Pogegen – Schmalleningken), die sich 1947 bei der Spreewaldbahn einfand.

Insbesondere die Tragfedern interessierten uns, da sich Differenzen zwischen den Originalzeichnungen und dem Befund an der Lok auftaten. Hier hofften wir, dem Originalzustand näherzukommen.
Von den Tragfedern wurden wesentliche Maße aufgenommen, sodass wir gegebenenfalls neue Federn anfertigen lassen könnten. Die Federgehänge im Detail:
Treibachse:

Kuppelachse:

Wir können jetzt die unterschiedlichen Federbügel korrekt der Treib- bzw. Kuppelachse zuordnen. Auffällig ist, dass die Schrauben in den Federgehängen bei FKB 4i (das ist Lok FRANZBURG des DEV) und 5i wohl später ergänzt wurden - hier sind nur Niete im Bügel, die verhindern, dass die Feder seitlich verrutscht.
Bei der Treibachsfeder gehören auf die Federspannschrauben offenbar lange Hülsen; wir wissen aber nicht, ob die bei unserer Lok auch so vorhanden waren.

Der Blick auf die Achslagerkonstruktionen brachte noch überraschendes zutage.
Kuppelachse:

Treibachse: 
Die Achslagerführungen sind als Gußstücke mit integrierter Führung für die Federstütze ausgeführt. Die Führungen sind direkt an die Rahmenwangen angeschraubt. Das kann bei 4i und 5i nicht so gewesen sein, weil die Wasserkästen bei beiden Loks fast bis an die Achsausschnitte heranreichen, sodass dort kein Platz für diese Art Achslagerführung ist. Beim Spreewälder Schneepflug ist da tatsächlich mehr Platz, und die Wasserkastenwände sind oberhalb der Achslagerführungen verkröpft, sodass das Volumen der Wasserkästen beim Schneepflug geringer sein muss. Auf jeden Fall laufen aber die Achsgabelstege gerade unter den Achslagern durch und sind nicht so merkwürdig verkröpft wie beim derzeitigen Zustand von 4i und 5i.
Eventuell muß man berücksichtigen, daß die Franzburger "i"-Lokomotiven zu den ersten ihrer Bauart gehören, während die Insterburger Lok eher zu den letzten Exemplaren gehört.
